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geisterstädte, mysteriöse
geoglyphen und die pica-oase
Zunächst besuchen Sie die verlassenen Salpeterstädte Santa
Laura und Humberstone. Ein Hotel, ein riesiges Schwimmbe-
cken, Warenhäuser, eine Kirche, eine Schule und ein Sportsta-
dion erfüllten einst die Wüste mit Leben. Schauspieler aus
abseits der touristenpfade: aller Welt traten hier im Theater auf – eine bizarre Atmosphä-
der nationalpark salar de huasco re, die einen auch heute noch einfängt, wenn man durch die
verlassenen Straßen wandert. Nach der Erfi ndung der Am-
Am frühen Morgen brechen Sie von Iquique zu einer Exkursi- moniak-Synthese brach der Salpetermarkt zusammen und die
on ins nordchilenische Hochland auf. Eine wirkliche Schönheit beiden Orte wurden von den Arbeitern verlassen. Seit 2005
und für Chile einzigartige Landschaft liegt hier weitgehend stehen sie auf der UNESCO-Weltkulturerbeliste.
unbeachtet, abseits der Touristenströme im Altiplano und ist
doch nur drei Autostunden von Iquique entfernt: der Natio- Danach durchqueren Sie auf dem Weg zu den Geoglyphen
nalpark Salar de Huasco auf ca. 3.700 m Höhe. Er zählt zu «Pintados» einen großen Teil des Naturreservats Pampa del
den noch unberührten Feuchtbiotopen und ist ein besonderer Tamarugal, ein ca. 240.000 ha großer Wald mitten in der
Leckerbissen für Foto- und Vogelfreunde, denn hier leben alle Wüste. Die Geoglyphen von Pintados sind rätselhafte präko-
drei Flamingoarten, Ñandus (ein straußenähnlicher Laufvo- lumbinische Erdzeichnungen, die durch Freikratzen von Ge-
gel) und Kondore, viele weitere Vogelarten und natürlich die stein oder durch Aufl egen von dunklen Steinen auf hellere
im Altiplano allgegenwärtigen Vicuñas. Von der Schotterstra- Schichten entstanden sind. Sie nehmen ganze Berghänge ein
ße, die am Salar vorbeiführt, wird angenommen, dass sie Teil und stellen Symbole, Menschen und Tiere dar.
des berühmten Inka-Wegs (Camino del Inka) war, auf dem Letztes Ziel ist die Pica-Oase, die im ganzen Land für ihren
Diego de Almagro und Pedro de Valdivia nach Chile kamen. Obstanbau bekannt ist. Neben Mangos und Orangen wer-
Unterwegs werden Sie viel Interessantes entdecken, so zum den hier vor allem die kleinen, aromatischen Pica-Limonen
Beispiel das verlassene Haus eines Aymara-Hirten, eine Ze- angebaut, die besonders gerne für den typischen Cock-
remonienstätte für die Verehrung der «Pacha Mama» (Mut- tail Pisco Sour verwendet werden. Hier gibt es natürliche
ter Erde), das alte Hochlanddorf Pozo Almonte und auf der Felsbecken mit klarem Quellwasser, wo Sie herrlich ent-
Rückfahrt die spannenden Geisterstädte des Salpeterbooms, spannen können. Pica beherbergt auch die älteste Wein-
Santa Laura und Humberstone. Am frühen Abend kehren Sie kellerei Chiles, die von katholischen Missionaren gebaut
nach Iquique zurück. wurde. Die Kirche von Pica (1887) ist ebenfalls einzigar-
tig, da sie aus natürlichen Borax-Blöcken errichtet wurde.

