{"id":23,"date":"2013-07-01T23:52:07","date_gmt":"2013-07-01T21:52:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.chile-reise.com\/wordpress\/?page_id=23"},"modified":"2023-04-19T22:50:57","modified_gmt":"2023-04-19T20:50:57","slug":"osterinsel","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.chile-reise.com\/de\/kleiner-reisefuehrer\/osterinsel\/","title":{"rendered":"Osterinsel"},"content":{"rendered":"<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.chile-reise.com\/wp-content\/uploads\/slider_osterinsel-240x140.jpg\" alt=\"slider_osterinsel\" width=\"240\" height=\"140\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-699\" \/>Mitten im Pazifischen Ozean liegt Rapa Nui, der \u201eNabel der Welt\u201c. Knapp 3800km vom Festland und gut 4200km von Tahiti entfernt, gilt die Osterinsel als der Ort auf der Erde, der am weitesten von einem anderen bewohnten Ort entfernt ist. Lange vom Rest der Welt isoliert, birgt diese nicht einmal 25km lange und breite Insel eine reichhaltige Geschichte, Kunst und Sprache. Die Insel hat die Form eines Dreiecks mit erloschenen Vulkankegeln an jeder der drei Inselspitzen. Wegen ihrer geringen Gr\u00f6\u00dfe und dem reichhaltigen Kulturerbe wirkt die gesamte Insel heute wie eine Art Freilichtmuseum mit ca. 1000 Moais (Statuen), Kultst\u00e4tten und alten H\u00f6hlenbehausungen, die zur Besichtigung offen stehen. Ein gro\u00dfer Teil der Osterinsel ist heute Nationalpark und UNESCO-Weltkulturerbe.<\/p>\n<p>Entstanden ist die Osterinsel vor etwa 3 Mio. Jahren durch drei Unterseevulkane, die unter der Nazca-Platte ausbrachen und deren Lavastr\u00f6me zu einem \u00fcber den Meeresspiegel herausragenden Dreieck zusammenflo\u00dfen. Weitere Ausbr\u00fcche in der Mitte des Dreiecks f\u00fcllten es zu einer festen Insel aus. Der h\u00f6chste Berg der Insel, der \u201eTerevaka\u201c mag mit seinen 501m eher zu den H\u00fcgeln z\u00e4hlen, jedoch mi\u00dft der Teil, der unter Wasser liegt, 3000m. Die Landschaft der Osterinsel ist heute von vielen erloschenen Vulkankratern gepr\u00e4gt. Es gibt auf der Osterinsel keine B\u00e4che oder Fl\u00fcsse; jedoch drei Regenwasserseen in Kratern. Das Trinkwasser wird aus dem Grundwasser gewonnen. Dieses wird das ganze Jahr \u00fcber durch ausgiebige Regenf\u00e4lle gespeist. Die Temperaturen sind subtropisch und es gibt keine ausgepr\u00e4gten Jahreszeiten, so da\u00df sich eine Reise das ganze Jahr \u00fcber lohnt. Die Monate Mai bis Oktober sind etwas k\u00fchler als die Monate November bis April, der meiste Niederschlag f\u00e4llt im April und Mai.<\/p>\n<p>Der Legende nach brach der polynesische K\u00f6nig Hotu Matua ca. 700 v.Chr. mit einigen hundert Gefolgsleuten hierher auf. Der Grund f\u00fcr das Verlassen der Heimat variiert je nach Version der Legende, mal ist es ein Streit mit dem Bruder, mal mit einem anderen K\u00f6nig. Wissenschaftler halten \u00dcberbev\u00f6lkerung der alten Heimat f\u00fcr wahrscheinlich. Die Neuank\u00f6mmlinge lebten in H\u00f6hlen, fischten, z\u00fcchteten H\u00fchner und kultivierten mitgebrachte Kartoffeln, Zuckerrohr und Bananen. Jedes Jahr Ende Januar wird der Ankunft der ersten Inselbewohner mit einem gro\u00dfen Fest gedacht. In der Isolation entstand auf der Osterinsel eine einzigartige Kultur: Im Laufe der Generationen entwickelten sich unter den Nachfahren Hotu Matuas verschiedene St\u00e4mme sowie ein hierarchisches Klassensystem. Vom 5. bis zum 19. Jh. wurden so genannte Ahus erbaut, gro\u00dfe Steinplattformen mit darunter befindlichen Begr\u00e4bnisst\u00e4tten. Darauf wurden die ber\u00fchmten Moai-Figuren, Repr\u00e4sentanten der weisen Vorfahren, aufgestellt. Neben den Ahus hatte der jeweilige Stamm ein Gemeinschaftshaus. Im 16. und 17. Jh. kam es jedoch zu einer Krise: Die urspr\u00fcngliche Vegetation war vollkommen abgeholzt worden; noch heute ist die Insel eine Graslandschaft. Die Herstellung immer aufw\u00e4ndigerer Moai hatte viele Ressourcen gebunden und die Nahrung war f\u00fcr die immer zahlreichere Bev\u00f6lkerung knapp geworden. In der Folge kam es zu kriegerischen Handlungen unter den St\u00e4mmen und alle Moai wurden umgest\u00fcrzt. So findet man die meisten auch heute noch vor, denn nur einige wurden wieder aufgerichtet. In der Krisenzeit entwickelte sich eine besondere Fruchtbarkeitsverehrung, aus der der Vogelmenschenkult hervorging. Als die Niederl\u00e4nder am Ostersonntag 1722 als erste Europ\u00e4er die Insel entdeckten, nannten sie sie schlicht \u201eOsterinsel\u201c. Seit 1888 geh\u00f6rt sie offiziell zu Chile.<\/p>\n<h2>Highlights<\/h2>\n<p><strong>Hanga Roa<\/strong> ist zugleich Haupstadt und einzige Stadt \u00fcberhaupt auf der Osterinsel. Fast alle der knapp 3500 Insulaner leben hier. Hanga Roa ist ein beschauliches, touristisches St\u00e4dtchen im Gr\u00fcnen; das Leben spielt sich um die Markthalle herum ab. Besonders sehenswert ist die Kirche, in deren kunstvollen Holzschnitzereien sich katholische und lokale Elemente vermischen. Bei <strong>Tahai<\/strong> (\u201eWo sich die Sonne versteckt\u201c) gibt es drei restaurierte Ahus mit wiederaufgerichteten Moais. Auf einem davon steht <strong>Ko Te Riku<\/strong>, die einzige \u201esehende\u201c Statue auf der ganzen Insel, ihre Ausgen bestehen aus wei\u00dfer Koralle und schwarzem Obsidian.<\/p>\n<p><strong>Orongo<\/strong> ist eine Zeremonienst\u00e4tte mit kleinen Steinh\u00e4usern, direkt am Krater des <strong>Vulkanes Ranu Kau<\/strong>. Der Kraterrand ist 324m hoch, der Krater selbst mi\u00dft \u00fcber 1,5km im Durchmesser. Von oben bietet sich ein spektakul\u00e4rer Ausblick \u00fcber das Meer und die <strong>drei Motus<\/strong>. Diese Inselchen waren w\u00e4hrend des Vogelmenschenkultes, der von Orongo aus abgehalten wurde, das Ziel der auserw\u00e4hlten jungen M\u00e4nner. Einer pro Stamm machte sich schwimmend und kletternd zu den Motus auf, um das erste Schwalbenei des Jahres zu stehlen. Der Siegerclan stellte f\u00fcr ein Jahr den K\u00f6nig von ganz Rapa Nui.<\/p>\n<p>Am <strong>Vulkan Ranu Raraku<\/strong> liegt die wohl interessanteste Sehensw\u00fcrdigkeit der Osterinsel, die <strong>Moai-Werkstatt<\/strong>. Im Steinbruch von Rano Raraku wurden die Moais aus dem massiven Fels gemei\u00dfelt. \u00dcberall an den Bergh\u00e4ngen des Vulkans liegen die gigantischen Figuren verstreut, fertig zum Abtransport, der nie erfolgte. Weiter oben findet man noch mehr Moais in verschiedensten Stadien der Fertigstellung, teilweise noch mit dem Fels verbunden, als w\u00e4ren sie vom einen auf den anderen Tag verlassen worden. Ein Aufstieg auf den Kraterrand lohnt sich, denn im Kraterinneren liegen weitere Moais und der Blick \u00fcber den Kratersee ist vor allem bei Sonnenuntergang wundersch\u00f6n. In der N\u00e4he befindet sich der <strong>Ahu Tongariki<\/strong>, der gr\u00f6\u00dfte und vielleicht sch\u00f6nste der Ahus. 15 wieder aufgerichtete Moai trohnen auf ihm und schauen auf ihre Insel, den Ozean im R\u00fccken.<\/p>\n<p>Im Norden der Osterinsel liegt der <strong>Strand Anakena<\/strong>, an dem K\u00f6nig Hotu Matua mit den ersten Siedlern an Land gegangen war. Der Sand ist wei\u00df und dort angepflanzte Kokospalmen verwandeln ihn in den Traum eines jeden Urlaubers. Anakena ist der einzige zum baden geeignete Strand der Insel. Kein Wunder, da\u00df hier die K\u00f6nigsfamilien wohnten und den anderen Inselbewohnern nur zu besonderen Ereignissen den Zutritt gestatteten. Etwas weiter \u00f6stlich von Anakena liegt der <strong>Ahu Te Pito Kura<\/strong>. Hier befindet sich <strong>Te Pito Kura<\/strong>, (\u201eder rote Nabel\u201c),  ein gro\u00dfer, runder, glatter Stein, angeblich mit magischen Kr\u00e4ften ausgestattet. Der Legende brachte ihn K\u00f6nig Hotu Matua h\u00f6chstpers\u00f6nlich mit. Auf dem Ahu Te Pito Kura stand einst der mit 10m gr\u00f6\u00dfte je aufgerichtete Moai.","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mitten im Pazifischen Ozean liegt Rapa Nui, der \u201eNabel der Welt\u201c. 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