Das chilenische Seengebiet erstreckt sich in etwa von Temuco in der Region de los Ríos (Flußregion) bis nach Puerto Montt in der Región „de los Lagos“ (Seenregion), etwa 350 km weiter südlich. Die vielen Seen sind alle Gletscherseen, große Becken die die Andengletscher einst in die Landschaft gegraben und dann bei ihrem Rückzug mit Wasser gefüllt haben.
In der Nähe von Puerto Montt belegen uralte Siedlungsspuren, dass bereits vor 12.000-14.000 Jahren Menschen hier als Jäger und Sammler gelebt haben.
Der nördliche Teil der Seenregion bei Temuco ist das Zentrum der Mapuche-Kultur. Der südliche Teil war das Hauptsiedlungsgebiet deutscher Einwanderer, die ab Mitte des 19. Jh. dort angesiedelt wurden. Ihren Einfluß bemerkt man noch heute stark – in Architektur, Küche und Sprache.
Beim Wandern, Klettern, Raften, Reiten, Segeln, Kayaken, Angeln und und... erlebt man hier eine großartige Szenerie und eine ursprüngliche Tier- und Pflanzenwelt. Zwischen den vielen schneebedeckten Vulkankegeln fühlt man sich leicht wie in einer Märchenlandschaft .
Auch kulinarisch hat die Region einiges zu bieten: gekocht wird mit dem Besten, was das Meer zu bieten hat: Lachse, Krebse, Muscheln, Königskrabben, Austern...
Auch das Klima mag dem mitteleuropäischen Reisenden sehr vertraut vorkommen: gemäßigt und niederschlagsreich. Von Nord nach Süd wird es immer kühler und regenreicher. In Puerto Montt liegt die Jahresmitteltemperatur bei 11º; im Sommer kann sie tagsüber 25ºC erreichen, im Winter nachts um die 5ºC. Die Niederschlagsmenge liegt um die 1900mm pro Jahr, wobei es im Sommer glücklicherweise viel weniger regnet. Das Ergebnis des vielen Regens sind saftig grüne Landschaften und vor allem die wunderschönen dichten „valdivianischen“ oder „kalten“ Regenwälder.
Highlights:
Temuco ist die Hauptstadt der Region Araucaría. Diese Region wurde von den Mapuche erbittert und lange Zeit mit Erfolg gegen die Europäer verteidigt und bildet noch heute das Zentrum ihrer Kultur. Temuco wurde erst 1881 als Festung gegründet, um die Mapuche letztendlich doch noch zu besiegen. In den folgenden Jahren kamen die ersten ausländlischen Siedler und mit ihnen in weniger als 20 Jahren die Eisenbahn, Banken, Hotels und eine Telegrafenleitung mitten durch das Mapuche-Gebiet.
In Temuco gibt es ein informatives Museum über die Kultur der Mapuche sowie einen interessanten Regionalmarkt, auf dem in einem bunten Treiben heimisches Obst und Gemüse, allerlei indianische Gewürze sowie Kunsthandwerk und Schmuck angeboten werden.
Der kleine pittoreske Ort Villarrica liegt idyllisch am westlichen Ufer des gleichnamigen Sees. Der attraktivste Stadtteil liegt am See, wo die lange Strandpromenade zu einem Spaziergang mit herrlichem Blick auf den Vulkan Villarrica einlädt.
Pucón liegt am Ostufer des Lago Villarrica und geht auf eine Kaserne aus dem 19.Jh. zurück. Auch hier richteten sich schnell deutsche Siedler ein und bauten eine Holz- und Lederindustrie auf. Heute ist Pucón ein bedeutendes touristisches Zentrum und multipliziert in den Sommermonaten seine Einwohnerzahl um ein Vielfaches, was sich auch im Angebot an Bars und Restaurants bemerkbar macht. Pucón hat mit seiner exzellenten Lage am Vulkan und Strand des Lago Villarrica, sowie mit den beiden Nationalparks Villarrica und Huerquehue und auch Thermen gleich vor der Tür, für Abenteurer, erholungssuchende, Wanderer und Reisende viel zu bieten.
Im Nationalpark Villarrica ist der gleichnamige Vulkan der unbestrittene Höhepunkt. Er läßt sich bei guter Kondition relativ leicht besteigen. Von der Spitze aus kann man in den Krater blicken und hat einen wunderbaren Blick auf alle umliegenden Vulkane. Für Besucher, die es eher in die Tiefe als in die Höhe zieht, ist die „Unterwelt“ der Villarrica Lavahöhlen einen Ausflug wert, steinernes Zeugnis der verschiedenen Ausbrüche dieses sehr aktiven Vulkans. Im Winter ist das Gebiet bei Skifahrern sehr beliebt
Im Nationalpark Huerquehue kann man die erstaunlichen Araukarien-Bäume bewundern, denen diese Region auch die Bezeichnung „Araucaría“ und die Mapuche-Indianer auch den Namen „Araukarier“ verdanken. Der Park bietet verschiedene Waldwanderwege vorbei an großen und tiefblauen Gletscherseen, mit Aussicht auf die umliegenden Berge und Hügel und die wunderschön exotische Araukarien-Landschaft. Eine besonders schöne Wanderung ist die Drei-Seen-Route.
Valdivia ist die Hauptstadt der Region „de los Rios“ (Flußregion).und liegt an der Küste, etwas landeinwärts am Rio Calle Calle. Die Stadt wurde dort 1552 von Pedro de Valdivia (ebenfalls Gründer von Santiago) wegen der strategisch günstigen Lage gegründet. Die Lage schützte sie jedoch nicht gegen ihre Zerstörung durch die Mapuche 1599. Jahre später wurde die Siedlung wieder errichtet und zum Schutz gegen Mapuche, niederländische Korsaren und englische Segler mit starken Befestigungsanlagen versehen. Ab Mitte des 19.Jhs. prägten auch hier deutsche Einwanderer das Stadtbild und eröffneten unter anderem Chiles erste Brauerei. Zu dieser Zeit florierte Valdivias Wirtschaft und die Stadt kam zu Wohlstand, was man noch heute an den vielen schönen Villen am Fluss sehen kann. Sie machen das 140.000 Einwohner zählende Valdivia zu einer der schönsten Städte Chiles. Besucher können an der Muelle Schuster eine Flußfahrt auf dem Rio Calle Calle unternehmen oder sich am sehenswerten Mercado Fluvial vom bunten Treiben mitreißen lassen. In der „Casa Anwandter“, dem Haus des ersten Vorstehers der deutschen Siedler, befindet sich heute ein interessantes Museum. Hier wird die Geschichte der Gegend von präkolumbinischen Zeiten bis zur Kolonisation durch die deutschen lebendig.
Frutillar ist ein Bilderbuchstädtchen am Westufer des Lago Llanquihue. Die liebevoll restaurierten Häuser aus der Kolonialzeit mit ihrem Blumenschmuck erwecken den Eindruck, als hätte man eine Zeitreise in die Vergangenheit unternommen. Ein interessantes Freilichtmuseum zeigt restaurierte Kolonialhäuser und Möbel aus der frühen deutschen Besiedlungsperiode. Überall im Ort sind deutsche Kuchenspezialitäten im Angebot; sie heißen hier auch auf spanisch „Kuchen“.
Puerto Varas, gelegen am Südufer des Llago Llanquihue wurde 1854 von deutschen Siedlern gegründet und noch heute ist die deutsche Kultur dort weit verbreitet. Die Stadt bietet zahllose Unterkünfte, von der einfachen Pension bis zum Luxushotel, und verfügt über ein reichhaltiges Angebot an Restaurants. Puerto Varas ist ein idealer Ausgangspunkt für alle Exkursionen im südlichen Seengebiet.
Die Vulkane Osorno, Calbuco und Puntiagudo ragen am Seeufer in den Himmel und stellen nicht nur eine Traumkulisse für Puerto Varas dar, sondern bieten auch Wanderparadiese in verschiedenen Schwierigkeitsstufen
Puerto Montt wird auch „Tor zu Patagonien“ genannt. Hier beginnt die Carretera Austral und hier laufen die Schiffe nach Feuerland, zur Magellanstraße und zu den Gletschern Patagoniens aus. 1852 landeten hier die ersten Deutschen Siedler. Die Besiedlung war vom damaligen Präsidenten Manuel Montt angeordnet worden, er hatte auch die Deutschen zum Herkommen ermutigt. Ein Jahr später wurde die schon halbfertige Stadt offiziell als solche gegründet und nach dem Präsidenten „Puerto Montt“ genannt. Heute hat Puerto Montt ca. 160.000 Einwohner und ist Hauptstadt der Region de los Lagos, sowie ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt.
Touristisch interessant ist hier vor allem der Fischerhafen Angelmó mit seinen kleinen bunten Booten vor der Kulisse der Insel Tenglo. Am Fischmarkt von Angelmó kann man den Fang des Morgens frisch kaufen oder in einer der vielen kleinen Garküchen direkt probieren. Gleich nebenan befindet sich ein großer Souvenir-und Handwerkermarkt.
Der gut 390km² große Nationalpark Alerce Andino ist ein Stück Land, wie es wilder und ursprünglicher kaum sein könnte. Der Wald ist sehr dicht, und wenn er sich einmal lichtet, dann um die Sicht auf kristallklare, sprudelnde Flüsse, Wasserfälle oder einsame, stille, und von steil aufragenden Felsen umgebene Seen freizugeben. Hier stehen einige der letzten jahrtausendealten Alerce-Bäume, die kerzengerade in den Himmel ragen.
Beliebt, aber trotzdem nicht überlaufen ist der Nationalpark Puyehue. Er wurde eingerichtet, um ausgedehnte Gebiete des für diese Zone typischen immergrünen (kalten) Regenwaldes zu schützen. Man findet hier Arayan-Bäume einzigartigen Ausmaßes. Der Park umfasst heute 107.000 ha und erstreckt sich in Höhenlagen von 250 bis zu 2236 Metern. Höchster Gipfel ist der Vulkan Puyehue, während der Vulkan Antillanca im Winter bei Skifahrern beliebt ist. Thermalquellen sprudeln hier aus der Erde und sind für Badegäste zugänglich.
Die Saltos de Petrohue sind ein Muß bei einer Reise ins Seengebiet – eine Ansammlung von Stromschnellen und Wasserfällen, die aus erkaltetem Lavagestein beeindruckende Formationen herausgebildet haben. Die Vulkane Osorno und Puntiagudo bilden eine märchenhafte Kulisse dazu. Von dort aus besteht die Möglichkeit, eine Katamaranfahrt über den Lago Todos Los Santos zu unternehmen. Er ist von hohen, dicht bewaldeten Bergen umgeben und der perfekt kegelförmig geformte Vulkan Osorno bestimmt das Bild während der ganze Fahrt. Auf der Ostseite des Sees bietet der Vicente-Perez-Rosales-Nationalpark Wanderwege und einen Naturlehrpfad durch den dichten Nebelregenwald.
Die sagenumwobene Insel Chiloé liegt südöstlich von Puerto Montt im Pazifik und ist Chiles zweitgrößte Insel nach Feuerland. Zum Archipel von Chiloé gehören viele kleine Inselchen, die vorgelagert auf der Ostseite im Golf von Ancud liegen. Große Teile Chiloés sind in verschiedenen Nationalparks geschützt.
Bauern und Fischer leben auf traditionelle Weise in malerischen Dörfern, in denen die Zeit stehengeblieben zu sein scheint. Die Landschaft is saftig grün und bei Sonnenschein leuchten die bunt gestrichenen Holzhäuschen und Fischerboote in den schönsten Farben. Chiloé war lange Zeit weitgehend vom Festland isoliert, so dass sich bis heute ganz urtümliche Traditionen, Mythen und Legenden erhalten haben. Markenzeichen der Insel sind die Pfahlbauten und die vielen Holzkirchen, die ohne einen einzigen Nagel oder Schraube auskommen und von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt wurden.