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Patagonien

slider_patagonienPatagonien ist ein bekannter Name für ein wenig bekanntes Land am südlichen „Ende der Welt“, das seinen ganz eigenen Zauber inne hat. Von den Städten des einstigen Woll-Booms bis zu den Gletschern und Gipfeln der Nationalparks entfaltet sich eine der letzten ursprünglich gebliebenen Regionen der Welt. Chile und Argentinien teilen sich Patagonien. Im westlichen, chilenischen, Teil Patagoniens liegt das südliche Eisfeld, mit knapp 17.000 km² Fläche das größte zusammenhängende Eisfeld außerhalb der Polarregionen. Unzählige Gletscher kalben hier in kristallklare Seen und verzieren sie mit schillernden Eisbergen. Ganz im Süden befindet sich Feuerland, die größte Insel des südamerikanischen Kontinents. In der patagonischen Steppe leben unter anderem Nandus, Guanacos, Füchse und Adler, während in den Gewässern Südpatagoniens Wale, Pinguine. Seeelefanten und Delfine zu Hause sind und sich gut beobachten lassen.

Ursprünglich wurde das Gebiet des heutigen Patagoniens von verschiedenen Indianerstämmen bewohnt, die entweder Jäger und Sammler, oder Fischernomaden waren. In Feuerland lebten schon 8000 v.Chr. die Völker der Selk´Nam und Yamana. Mit der Ausbreitung der Schafzucht im 19. Jahrhundert wurden sie grausam verfolgt und ausgerottet, so dass es heute keine Urbevölkerung mehr auf Feuerland gibt. Zentral- und Nordpatagonien war von den Tehuelche- und Puelche-Indianern besiedelt, die im 18. Jahrhundert mit den Mapuche aus dem heutigen Seengebiet verschmolzen.

Das Klima in dieser Gegend ist kühl und feucht, in den Sommermonaten gibt es weniger Regen, dafür ist es jedoch recht windig. Der Regen kommt hier aus Westen, vom Pazifik her, wodurch die küstennahen Gegenden viel davon abbekommen, während die Niederschläge im Gebirge abnehmen. Patagonien ist das einzige Gebiet der südlichen Erdhalbkugel, in dem ein kühlgemässigtes Klima (wie in Nordeuropa oder Kanada ) herrscht.

Highlights

Punta Arenas ist die Hauptstadt der Magallenregion und zählt heute 150.000 Einwohner. Durch ihre günstige Lage an der Magellan-Meerenge ist die Stadt bis heute Anlaufstelle für Hanselsschiffe. Aus diesem Grund, sowie durch die expandierende Schafzucht erfuhr Punta Arenas in der Vergangenheit einen enormen Aufschwung. Die Ursprüge der Stadt liegen 60 km südlich von Punta Arenas, in der Fuerte (Festung) Bulnes. Hier lebten die ersten Pioniere fünf Jahre lang, bevor 1848 das günstiger gelegene Punta Arenas gegründet wurde. Die Rekonstruktion dieser ersten Siedlung ist heute ein Freilichtmuseum. Touristisch interessant ist in Punta Arenas außer den ehemaligen Herrenhäusern der Schafbarone auf der Plaza Muñoz Gamero, vor allem der Friedhof, der mit seinen vielen Familiengräbern und Kapellen wohl der eindrucksvollste in Chile ist. Vom Gipfel des Cerro de la Cruz hat man einen wunderbaren Blick auf die gesamte Stadt mit ihrern roten, blauen und gelben Dächern und den Hafen. Weiter Attraktionen hier sind das Skizentrum Andino am Stadtrand, wo man mit Meerblick Ski fahren kann und der Naturpark Reserva Forestal Magallanes. Von hier blickt man bis zur Magellanstraße und nach Feuerland.

Puerto Natales, Hauptstadt der Provinz Ultima Esperanza, ist eine Hafenstadt mit ca. 20.000 Einwohnern und liegt etwa 250 km nördlich von Punta Arenas. Die Bewohner lebten lange von Schafzucht und Fischfang. Heute spielt hier der Tourismus die tragende Rolle. Puerto Natales ist Ausgangspunkt für alle Touren in den bekannten Torres del Paine Nationalpark.

Ca. 140 km nördlich von Puerto Natales liegt der Nationalpark Torres del Paine. Die drei steil in den Himmel ragenden Granitspitzen „Torres del Paine“ (2650-2800m) sind das wohl bekannteste Bild Chiles. Der Nationalpark von über 2400km² Ausdehnung ist das unbestrittene Highlight Patagoniens, wenn nicht sogar ganz Chiles. Die nördliche Grenze des Parks ist durch gewaltge Gletscher gekennzeichnet. Hier endet das „Südliche Eisfeld“– die weltweit drittgrößte Inlandseisfläche. Der Grey-Gletscher schmilzt dort langsam in den Grey-See hinein und produziert fantastische Eisberge in allen Grün- und Blautönen. Der Park ist Heimat für eine Vielzahl von Wildtieren: Guanakos, Nandus und Hunderte von Vogelarten, einschließlich des Kondors, leben hier. Um die Schönheit dieses unvergleichlichen Fleckens Erde richtig zu geniessen sollte man mindestens 3 Tage einplanen – begeisterte Wanderer werden sicherlich 7-10 Tage für die Trekkingtouren zu den Highlights oder die komplette Umwanderung des Torres Massifs benötigen.

Feuerland

Feuerland, zu dessen Archipel auch Kap Hoorn gehört, ist die größte Insel Südamerikas. Argentinien und Chile teilen sich die Insel, die insgesamt ca. 250.000 Menschen beherbergt. Die wichtigsten Orte sind Ushuaia auf der argentinischen und Puerto Williams auf der chilenischer Seite, die sich jahrelang um den Titel „südlichste Stadt der Welt“ stritten. Ushuaia ist ein beliebter Anlaufpunkt für Kreuzfahrtschiffe. Das Zentrum der Insel ist von lichtem Wald bestanden, während in den Küstenzonen Tundralandschaft mit einigen wenigen Zwegpflanzen vorherrscht. Um die einheimischen Tier-und Planzenarten zu schützen, wurden im Süden der Hauptinsel die Nationalparks Karukinka (Chile) und Tierra del Fuego (Argentinien) eingerichtet. Touristisch interessant ist vor allem der Beagle-Kanal, an dem auch die beiden Städte liegen, denn hier befindet sich die so genannte „Gletscherallee“, viele nebeneinander gelegene Gletscher, die von den Bergen flieen und Fjorde in die feuerländische Landschaft schneiden.

Kap Hoorn, Der südlichste Punkt im Feuerlandarchipel, ist der Inbegriff für das Ende der Welt und seine Umrundung war lange Zeit bei Seefahrern eine der meistgefürchteten Routen. Offiziell zum ersten Mal umrundet wurde es 1616 vom niederländischen Kapitän Schouten, der damit eine Alternative zur hart um kämpften und ebendalls gefährlichen Megellanstrasse eröffnete. Für die Segler so gefährlich war diese Landspitze, weil dort Kalte und warme Luftströme und Meeresströmungen aus Pazifik und Atlantik zusammentreffen, was zu häufigen Stürmen von Orkanstärke führt. Heute muss man kein wagemutiger Segler mehr sein und mit Wind, Wetter und Hunger kämpfen, um das berüchtigte Kap zu sehen: Verschiedene Kreuzfahrtlinien umrunden heute Kap Hoorn und laufen die Isla Hornos auch an.

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