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ATACAMAWÜSTE

Die Atacamawüste erstreckt sich über die drei nördlichen Regionen Chiles. Ihre wirtschaftlich und touristisch aktivste und bekannteste Zone ist das Gebiet zwischen Antofagasta und San Pedro de Atacama; auch die Kupferstadt Calama gehört dazu.
Riesige Sandebenen vor der Kulisse von Vulkanen, die an die 6000 Meter heranreichen, prägen das Bild dieser Wüste, dazwischen verstreute Oasen und immer wieder Salz, sei es in Form der erstaunlichen Cordillera de la Sal (Salzgebirge) oder als schneeweiße Salarflächen, die sich über hunderte von Quadratkilometern hinziehen können. Die Vorkommen an Kupfer und anderen Bodenschätzen in der Atacamamwüste sind der Motor von Chiles Wirtschaft.

Die Atacama ist mit nur ca. 1mm Niederschlag im Jahr die trockenste Wüste der Erde. Sie liegt im Regenschatten der mächtigen Anden und im Pazifik verhindert der kalte Humboldtstrom Niederschläge von der Küste her, da sich über kaltem Wasser keine Regenwolken bilden. Auf Grund der extremen Trockenheit ist diese Gegend ein Paradies für Astronomen, denn nirgendwo auf der Welt ist der Himmel so zuverlässig sternenklar und die Atmosphärentransparenz so gut.

Die Gegend von San Pedro wurde trotz der Wüstenlage schon sehr früh (vermutlich ab ca. 11.000 v.Chr.) besiedelt, da es dort einen Fluss gibt (heute Rio San Pedro). Aus diesem Grund verliefen dort auch die Handelsrouten von den Anden zur Küste und von Nord nach Süd. Hier befand sich das Hauptzentrum der Atacama- oder Likantanai-Kultur. Die Atacama-Stämme waren sesshafte Landwirte, die in Familienverbänden mittels Terrassenwirtschaft unter anderem Mais, Kartoffeln, Bohnen und Kürbisse anbauten. Ihre Handwerker verarbeiteten Ton und Metalle,  außerdem hielten sie Lamas, die als Woll- und Fleischliferanten und Transportmittel dienten. Um 1450 wurde die Oase von den Inkas erobert. Diese errichteten in Katarpe ein Verwaltungszentrum mit Regionalregierung und forderten von nun an Tribut von den Atacameños. Die Spanier kamen Mitte des 16. Jhs. nach San Pedro, unterwarfen die Indianer und errichteten eine erste Mission.

 

Highlights:

San Pedro de Atacama ist das touristische Zentrum der Atacama und Ausgangspunkt für den Besuch aller weiteren Attraktionen der Wüste. Das kleine Oasenstädtchen liegt auf einer Höhe von 2438m und zählt knapp 2000 Einwohner.
Glücklicherweise scheint San Pedro de Atacama trotz der Touristenströme gegen einschneidende Veränderungen resistent zu sein: Mit seinen beschaulichen, sandigen Straßen und den niedrigen Lehmziegelhäusern hat sich das Städtchen seinen ursprünglichen Charme erhalten. Besonders sehenswert sind die Kirche von San Pedro, fast schon ein Symbol für Nordchile, und das sehr interessante Archäologische Museum Padre Le Paige. Es zeigt eine eindrucksvolle archäologische Sammlung der Atacama-Kultur, anhand derer die Geschichte der Atacameños, die Eroberung durch die Inkas und später durch die Spanier veranschaulicht werden.
In nur 3 km Entfernung von San Pedro liegt die Festung Pukará de Quitor. Sie wurde im 12. Jh. von den Atacameños erbaut und später von den Inkas weiter befestigt. 1540 wurde sie von den Spaniern eingenommen. Von der Festung aus hat man einen schönen Blick auf San Pedro und die Andengebirgskette mit ihren Vulkanen im Hintergrund.

Das Valle de la Luna (Mondtal) ist das wohl bekannteste Auflugsziel bei San Pedro. Es liegt westlich der Stadt im Salzgebirge und kann mit dem Auto oder auch per Fahrrad erreicht werden. Salzformationen inmitten vegetationsloser Sandlandschaft verleihen dem Tal große Ähnlichkeit mit einer Mondlandschaft. Besonders schön sind hier die Sonnenuntergänge, die das Mondtal in den verschiedensten Farben leuchten lassen. Dieses Schauspiel läßt sich am besten von der großen Düne aus beobachten, auf der man als Tourist allerdings nie allein ist.

Wer die Geysire von Tatio in Aktion erleben will, muß früh aufstehen, denn wenn die Morgensonne die nächtlichen Eishauben über den heißen Quellen schmilzt, steigen die Fontänen bis zu 10 Meter hoch. Die aufgehende Sonne bildet dann einen starken Kontrast zu den aufsteigenden Dampfsäulen und den umliegenden Gipfeln.
Das Geysirfeld liegt auf 4321m Höhe und ist somit das höchste der Welt. Es empfiehlt sich, sehr warme Kleidung und Kopfschmerztabletten gegen Höhenbeschwerden mitzunehmen.

Der Salar de Atacama ist ein Salzsee von gigantischen Ausmaßen: 3000km²! An der Oberfläche befindet sich, durch die Verdunstung des Wassers, eine dicke Schicht schneeweisser Salzkristalle, soweit das Auge reicht. Hier liegen die weltweit größten Lithium-Lagerstätten, aber der Salar ist auch Heimat der Flamingo-Arten Andenflamingo, Chilenischer Flamingo und James-Flamingo, die sich von dem Mirkoorganismen seiner Lagunen ernähren. An der im Salar de Atacama gelegenen Lagunas Chaxa lassen sich die wunderschönen Flamingos und andere Vogelarten in freier Wildbahn beobachten.

Bei einem Ausflug zu den Lagunas Altiplanicas passiert man zuerst das winzige Dörfchen Socaire, das auf 3218m Höhe liegt und sich durch eine ganz eigentümliche Architektur aus groben Steinen auszeichnet. Wie San Pedro ist auch Socaire schon seit tausenden von Jahren besiedelt; hier wird heute noch Terrrassenfeldbau betrieben. Ca. 30 km weiter und 1000m höher befinden sich die Hochlandlagunen Miscanti und Miñiques mit den gleichnamigen, fast 6000m hohen Vulkanen im Hintergrund. Die Lagunen leuchten in einem tiefdunklen blau und sind weiss umrandet, gelbes Hochlandgras bildet einen eindrucksvollen Kontrast dazu. Hier ist es vollkommen still, auch die hier brütenden Entenarten, die Füchse und die grasenden Vicuñas durchbrechen diese majestätische Stille nicht.

Die Sternwarte Space Obs in San Pedro de Atacama (San Pedro de Atacama Celestial Observatory) befindet sich in unmittelbarer Nähe des südlichen Wendekreises und ist die größte für Touristen offene Sternwarte in Chile. Sie bietet einen unvergesslichen Ausflug in die Welt der Sterne.

In Chuquicamata schlägt das Herz von Chiles Wirtschaft. Die größte Kupfertagebaumine der Welt ist ein gigantisches Loch in der Wüstenlandschaft bei Calama. Schon vor der Inkazeit wurde hier Kupfer gewonnen, allerdings in überschauberen Maßen. 1910 wurde die erste moderne Förderanlage gebaut und heute kommen über 600.000t Kupfer jährlich aus der Mine.
Die Hauptgrube ist über 4 km lang, 3 km breit und 850m tief, Tendenz steigend.

Die Wüstenstadt Antofagasta ist die Hauptstadt der II. Region Chiles und beherbergt knapp 300.000 Einwohner. Sie zieht sich an der Küste entlang und hat deswegen einige Strände zu bieten. Antofagasta kam im 19.Jh., schon kurz nach der Gründung, als Hafenstadt für die Verschiffung von Salpeter und auch Kupfer zu Bedeutung. Heute wird von hier aus das Kupfer aus Chuquicamata in alle Welt verschifft.
Im Norden der Stadt, vor der Küste im Meer, liegt ihr Wahrzeichen: Die Portada (Tor), ein riesiger, torbogenförmiger Sandsteinfels. Die Basis besteht aus Vulkangestein aus der Jura-Zeit (vor 200-150 Mio Jahren), worauf sich dann, als der Meeresspiegel noch sehr viel höher lag als heute, über Millionen von Jahren am Meeresboden Sedimentschichten abgelagert haben. Als vor ca. 3 M;io Jahren der Meeresspiegel drastisch sank, kamen diese Sedimente zum Vorschein und wurden von den Wellen zum Torbogen geformt.geformt.