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ALTIPLANO

Der abgeschiedene Altiplano („Hochplateau“) liegt an den Grenzen zu Peru und Bolivien. Die Plateaufläche wurde in Millionen von Jahren durch die Abtragung der dort bis zu 6000m hohen Anden aufgefüllt. Das Klima des Altiplano ist sehr trocken. Dies kommt dadurch zustande, daß der im Pazifik fließende Humboldt-Strom sehr kalt ist, so dass sich über ihm keine Regenwolken bilden können. Die feuchte, kühle Luft über dem Meer sorgt lediglich für Morgennebel, der in küstennäheren Gebieten das Überleben einiger Pflanzenarten sichert, jedoch im Altiplano nicht ankommt. Der Altipano ist eine Steinwüste. Alpakas, Lamas, Guanakos, Viskachas (Nagetiere), Armadillos (Gürteltiere), Flamingos, Wildenten und andere Vogelarten bewohnen diese unwirtliche Gegend.

Der Altiplano wird seit ca. 13.000 v.Chr. von den Aymara-Indianern und ihren Vorfahren bewohnt und wurde noch vor der Entdeckung durch die Europäer von den Inkas erobert. Später begann der Kupferabbau und während des Salpeterbooms wurden die Felder der Welt von hier aus mit dem begehrten Dünger versorgt, was Chile einen Wirtschaftsaufschwung bescherte und einigen wenigen Glücklichen zu enormem Reichtum verhalf, dessen steinerne Zeugen noch heute bewundert werden können.

Prähistorische Felszeichnungen, uralte Wegweiser, die über Tausende von Jahren Menschen von den Anden zum Pazifischen Ozean leiteten, Ruinen aus der Inkazeit, Dorfkirchen aus der Zeit der spanischen Eroberung und verlassene Stollen sind Spuren der langen und bewegten Geschichte Nordchiles. Landeinwärts befinden sich die Geisterstädte des Salpeterbooms – die 1920 mit der Erfindung der Amoniak-Synthese von einem auf den anderen Tag verlassen wurden und mittlerweile von der chilenischen Regierung restauriert werden, um als „Monumento Nacional“ an vergangene Glanzzeiten zu erinnern.

Highlights:

Arica ist die nördlichste Stadt Chiles, hat ca. 185.000 Einwohner und blickt auf eine lange Geschichte zurück: Erste Nomadenvölker lebten schon ab 8000 v.Chr an diesem Ort, denn es gab dort Wasser. 1545, als die Spanier in bolivianischen Minen Silber abbauten und es nach Europa verschifften, wurde Arica zum Hafen ausgebaut. Lange Zeit, bis zum Salpeterkrieg, gehörte die Stadt zu Peru. Nachdem sie bei einem Erdbeben 1868 zerstört worden war, wurde als Kompensation die San-Marcos-Kirche erbaut – mit von Gustav Eiffel in Paris vorgefertigten Eisenteilen.

Heute ist Arica eine moderne Stadt, die wegen ihren milden Klimas auch „Stadt des ewigen Frühlings“ genannt wird. Die Wassertemperaturen sind sehr angenehm zum Baden und es gibt eine lange Reihe von Stränden in und um Arica, so dass die Stadt vor allem Badetouristen anzieht. Das Wahrzeichen Aricas ist der „Morro“, ein 130m hoher Sandsteinfels, der an der Küste aufragt. Von der Aussichtaplattform des Morro aus kann man ganz Arica, die Küste sowie das grüne Tal Lluta sehen.

Der Lauca-Nationalpark wurde 1970 eingerichtet und ist heute auf Grund seiner einzigartigen Fauna UNESCO-Biosphärenreservat: Guanacos, Kondore, Pumas, Flamingos, Vizcachas und viele andere Tiere sind dort zu Hause. Der Park umfasst 130.000 Hektar Altiplanolandschaft mit Hochmooren, aus der viele schneebedeckte Vulkane herausragen, viele von ihnen sind über 6000 Meter hoch. Das winzige Dörfchen Parinacota ist eines der schönsten im Altiplano und mutet wie ein Freilichtmuseum an, erwacht aber zu einigen religiösen Feiern und zum Altiplano-Karneval im Februar zum Leben, wenn die Hirtenbevölkerung zum Feiern dorthin kommt. Sein weisses Lehmkirchlein aus dem 17. Jh. ist ein wahres Schmuckstück. Der Lauca-Nationalpark beherbergt darüber hinaus den mit über 4500m höchsten Vulkansee der Welt, den Lago Chungará.

Besucher sollten sich auf Temperaturschwankungen (tagsüber bis zu 20ºC, nachts bis zu -10ºC) sowie auf die große Höhe einstellen.

Iquique bedeutet „Ort der Ruhe“ in der Sprache seiner ursprünglichen Bewohner. Die Stadt liegt ca. 200 km südlich von Arica auf einer dreieckigen Landspitze und beherbergt ca.170.000 Einwohner.

Über lange Zeit hinweg war Iquique ein ärmliches Dorf, so beschrieb es auch Charles Darwin nach seiner Reise dorthin 1835. Dies änderte sich jedoch rasch, als man begann, die in der umliegenden Wüstenlandschaft vorhandenen Salpetervorkommen abzubauen und zusammen mit Guano zu verschiffen. In kurzer Zeit wurde aus dem Dörfchen Iquique ein stattlicher Hafen mit einer kleinen, reichen Oberschicht der „Salpeterbarone“, deren Reichtum sich schon bald in vornehmen Villen und prunkvollen Gebäuden bemerkbar machte. Demgegenüber stand eine große, so gut wie rechtlose Arbeiterschicht. 1920 jedoch endete der Salpeterboom und damit auch der Reichtum. 1975 bekam Iquique allerdings den Status einer Freihandelszone zugesprochen, wodurch sich die Wirtschaft wieder erholte. Die Prachtbauten des historischen Stadtkerns aus der Salpeterzeit sind heute Iquiques ganzer Stolz und lohnen einen Besuch. Weitere Attraktionen sind der Cerro Dragón (Drachenberg), eine gigantische Sanddüne, sowie die Strände zum entspannen oder auch surfen.

Die Salpeterstädte Humberstone und Santa Laura erzählen Geschichten aus den Tagen des Salpeterbooms. Sie wurden 1872, als dieses Gebiet noch zu Peru gehörte, gegründet um das „weiße Gold“ abzubauen. Zu Hochzeiten hatte Santa Laura etwas mehr als 400 Einwohner und Humberstone beherbergte ca. 3500 Arbeiter. Nach der Erfindung der Ammoniak-Synthese in Deuschland brach der Salpetermarkt zusammen und die beiden Orte wurden von den Arbeitern verlassen, wenn auch erst 1960/61 ganz geschlossen.

Heute stehen sie wie Geisterstädte in der Wüste. Sie wurden 1970 zu Nationalen Denkmälern ernannt und stehen seit 2005 auch auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes.